natural
horsemanship

Natural Horsemanship

Spätestens seit dem gleichnamigen Film wird jeder, der auf besondere Weise mit Pferden umgehen kann, „Pferdeflüsterer“ genannt. Doch mit Flüstern hat das nicht besonders viel zu tun. Diese Menschen bedienen sich nur ihrer Körpersprache und der Psychologie des Fluchttieres Pferd. Mit einem Fokus auf Partnerschaft und harmonische Atmosphäre nennt man diese ganzheitliche Zusammenarbeit heute:

„Natural Horsemanship“

Doch was bedeutet dies?

  • „Natural“ als Gegensatz zu künstlich. Es werden von der Natur abgeschaute Verhaltensweisen verwendet.
  • „Horse“ das Pferd, um das es geht, wird höflicherweise zuerst genannt
  • „Man“ für Human, also Mensch, den zweiten Partner in der Beziehung
  • „Ship“ als Schiff von der einen Welt- der des Raubtieres Mensch- in die andere Welt- des Fluchttieres Pferd. Oder wie die Endsilbe von Friendship= Freundschaft

Horsemanship bedeutet, dass der Mensch halb Pferd wird und das Pferd halb Mensch. Beide lernen, sich wie gute Partner in einer Beziehung zu verhalten. Der Mensch muss lernen, ein guter Horseman zu werden, dann wird das Pferd ebenso zum Partner werden.

Durch die Konzepte des Amerikaners Pat Parelli ist diese Art des Beziehungstrainings zwischen Mensch und Pferd für jeden erlernbar geworden. Jeder kann lernen, eine Partnerschaft zu seinem Pferd aufzubauen, in der weder Angst, Aggressivität, Verzweiflung noch Gewalt herrschen, sondern bald nur noch Vertrauen, Sanftheit, Zuversicht und Respekt eine Rolle spielen.

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge weiterer toller Horseman, deren Ideen und Techniken bei uns angekommen sind. Einem guten Horseman geht es immer um das Pferd. Es geht immer um die Beziehung und nie um die Technik, die Aufgabe oder gar um das eigenen Ego.

Philosophie

Sie fragen sich nun vielleicht: Was kann man mit Natural Horsemanship erreichen?
Die einfache Antwort lautet: Alles!

„There is no limit to what you can do, if your horse becomes a part of you!“
Pat Parelli

Wie wird das Pferd zu einem Teil des Menschen?

Der Mensch muss dafür zum Pferdemenschen werden, zum Horseman!

LennoxDer Mensch muss natürlich Techniken lernen: Wie benutzt man das Seil, eventuell auch einen Stick korrekt und effektiv? Wie halftert man sein Pferd freundlich auf? Wie steigt man auf, ohne das Pferd aus dem Gleichgewicht zu bringen? Wie bewegt man die einzelnen Hufe des Pferdes? Wie sensibilisiert man ein Pferd und wie desensibilisiert man es?

Das Beherrschen dieser Techniken allein macht aus einem Reiter aber noch keinen Horseman. Der Mensch muss viel mehr lernen! Dinge, die er nicht nur im Umgang mit dem Pferd braucht und üben kann, sondern auch im alltäglichen Leben!

Eigenschaften wie Empathie, Geduld, Unvoreingenommenheit, Präsenz, Entschlossenheit, emotionale Fitness, körperliche Fitness, Körperbewusstsein, Selbstbewusstsein und Einfühlsamkeit sind für einen Horseman unabdingbar und auch im täglichen Leben trainierbar und sinnvoll!


Probleme im Umgang mit dem Pferd oder beim Reiten haben verschiedene Ursachen:

Das Pferd hat Angst:
Hier hilft es nicht, den Druck zu erhöhen, bis das Pferd endlich das macht, was der Mensch will. Das Pferd kann, wenn es Angst hat, genauso wenig lernen wie der Mensch unter Angst lernen kann.

Das Pferd versteht die Anweisung nicht:
Dieses Kommunikationsproblem entsteht durch die unterschiedlichen Sprachen, die das „Raubtier Mensch“ und das Fluchttier Pferd sprechen. Es hilft dann nichts, sein Pferd anzuschreien, oder wütend zu werden. Das Pferd mach nichts absichtlich, um uns zu ärgern. Wenn Sie in einer Fremdsprache angesprochen werden, verstehen sie diese ja auch nicht besser, wenn man sie anbrüllt. Sie werden wahrscheinlich eher Angst bekommen – genauso wie das Pferd Angst bekommt, wenn der Mensch emotional reagiert.

Das Pferd respektiert den Menschen nicht:
Der Mensch muss lernen, ein Horseman zu werden und sich so verhalten lernen, dass man ihn respektieren kann. Wie auch der Mensch sucht das Pferd nach einer Führungspersönlichkeit, die besser ist, als man selbst – nur dann kann man ihr Respekt entgegenbringen.

Das Pferd hat Schmerzen:
Ich sehe sehr oft Pferde, die Dinge auf der einen Hand können und auf der anderen Hand nicht – häufig wird mir dann gesagt, das Pferd verstehe das bloß nicht, oder es will nun mal nicht rechts herum an der Longe laufen. Das Pferd tut dies aber – oder eben nicht – weil es Schmerzen hat! Mehrfach bin ich auch schon Pferden in meinem Unterricht begegnet, die gelahmt haben – unbemerkt von den Besitzern und Stallkollegen. Natürlich zeigen diese Pferde „Unarten“ wie unter dem Reiter davonlaufen, beißen oder Sattelzwang.


Falsche Haltung und Fütterung können auch zu Problemen führen, die nur mit gutem Horsemanship nicht behoben werden können. Ein Pferd, welches nahezu ohne Sozialkontakte 20 Stunden am Tag in einer Box mit Einzel-Paddock steht, bekommt Probleme mit seiner Verdauung, dem Herz-Kreislauf-System, den Hufen und natürlich mit der Psyche. Der beste Umgang mit dem Pferd an 2 Stunden am Tag nützt nicht viel, wenn es die restlichen 22 Stunden leidet.

In meinem Unterricht lernen Sie…

  • wie Sie erkennen, aus welchem der vier Gründe ihr Pferd nicht so reagiert, wie Sie es gern hätten,
  • wie Sie Ihrem ängstlichen Pferd durch die Angst helfen können,
  • wie Sie die Sprache der Pferde sprechen lernen, um ihm so alle Aufgaben erklären zu können,
  • wie Sie sich „emotionslos“ durchsetzen können und
  • wie Sie Schmerzen erkennen können.

Ich zeige Ihnen Massagetechniken und Bewegungsübungen oder verweise Sie an Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeut, Osteopath oder Hufpfleger weiter!

„Gehe eine Meile in den Hufen deines Pferdes“

Versetzen Sie sich gedanklich immer erst in die Lage Ihres Pferdes, erst dann können Sie sein Verhalten beeinflussen und eine positive Antwort bekommen.